Kurz nachdem ich von meiner Auszeichnung durch den Internationalen Komponistinnen-Wettbewerb der musica femina München e. V. erfahren habe, gab es ein Gespräch mit Prof. Chistoph Poppen über das Konzert, in dem die UA der Komposition geplant war.
In diesem Gespräch äußerte Christoph Poppen zwei grundlegende Ideen, die für die Entstehung der Komposition eine entscheidende Rolle gespielt haben. Zum einen sagte er, dass das Konzert Griechenland als Thema hat, und zum anderen schlug er vor, die einzigartige Gelegenheit zu ergreifen, das Hilliard Ensemble mit ein zu beziehen.
Die späteren Treffen mit Herrn David James von Hilliard Ensemble waren für die Arbeit an der Komposition sehr fruchtbar und inspirierend. Der Gedanke an Orpheus, der ja einer der wichtigsten Gestalten der griechischen Mythologie ist und die Quintessenz des Gesanges verkörpert, lag sehr nahe. Im letzten, V Satz des Werkes verwendete ich altgriechisches Zitat aus der „Argonautensage“, das den Gesang des Orpheus und seine Wirkung auf den gesamten Kosmos beschreibt. In den Sätzen I bis IV vertonte ich vier Gedichte aus den „Sonetten an Orpheus“ von Rainer Maria Rilke. Diese Gedichte waren für den Titel der Komposition ausschlaggebend.
Kammeroper nach Wilhelm Busch in zwei Teilen und Szenen
Deutsch 65’
Max . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sopran
Moritz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Alt
Witwe Bolte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Sopran
Lehrer Lämpel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tenor
Schneider Böck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bariton
Onkel Fritz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bass
Spitz, Hühner, Gänse, Käfer und Orgelpfeifen (in der letzten
Szenemit Triangel, Glöckchen, Klangschalen, Gongs und Spieluhren) . . . . Kinderchor
Drei Mimen
1(Picc),1,1(Es-Klar,BKlar),SSax,ASax,1(KFag) – 1,1,1,0 – 3 Schl (Trgl, Schnarre,
Peitsche, ZugFl, 3 KuhGl, 3 Tempelbl, 3 Tomt, MilitärTr, gr.Tr, Bk, Tam-t, Glsp,
Xylorimba), DigitalKlav, Kinderspieluhr, Streicher (2/2/2/2/1)
Mit Brotködern, die sie untereinander mit heimtückisch feinen Fäden verbunden haben,bringen Max und Moritz Witwe Boltes Federvieh ums Hühnerleben. Nach einigem Gejammerentscheidet Witwe Bolte sehr vernünftig, die Verstorbenen in Ehren gut gebratenzu verzehren. Zum Schmaus lädt sie Lehrer Lämpel und Schneider Böck.Die beiden Biedermänner machen sich auf zur Witwe und fallen ins kalte Wasser desBaches, als der von Max und Moritz angesägte Steg unter ihnen nachgibt. Triefendfindensie sich schließlich bei der Witwe ein, die ihre beiden Gäste mit dem Plätteisen trockenbügelt.Während die Herren, wieder leidlich trocken, bereits am Tisch Platz nehmen undihre Wirtin eben noch eine tüchtige Portion Sauerkohl aus dem Keller holen geht, angelnMax und Moritz die lecker duftenden Hühner durch den Schornstein aus der Pfanne– außerdem stopfen sie des Lehrers Pfeife mit Schwarzpulver. Witwe Bolte entdeckt denBratenraub, und in wilder Jagd verfolgt sie ihren Spitz, den sie für den Hühnerdieb hält. Esentsteht ein turbulentes Durcheinander auf dessen Höhepunkt Lehrer Lämpel seine Pfeifezündet, und ein lauter Knall bereitet dem wilden Treiben ein abruptes Ende.Nach der Episode mit Onkel Fritz und den krabbelnden Maikäfern tritt eine große Fantasiemaschinemit mächtigem Räderwerk, die eine Mischung aus Mühle und Projektor darstellt,in Aktion. Max und Moritz kommentieren alle weiteren Ereignisse, die wie ein Filmauf eine „Leinwand“ projiziert werden: Der Fall in den Brotteig und das Zerschneiden derSäcke, ihrem letzten Streich. Die Geschichte nimmt ihren bekannten Lauf, und die Jungengeraten in das todbringede Räderwerk der Maschine – und mit ihnen Witwe Bolte, LehrerLämpel, Schneider Böck und Onkel Fritz. Doch durch den Zauber einer Kinderspieluhrbewegt sich das mächtige Mahlwerk plötzlich rückwärts, und die Szene läuft nun in umgekehrterReihenfolge erneut ab: Nacheinander entsteigen Alle – ihren Text entsprechendrückwärts singend – der Maschine. Zuletzt purzeln auch die beiden Jungen quicklebendig,doch auf wundersame Weise verwandelt und vervielfacht wieder heraus, so dass schließlichdie ganze Bühne reich mit kleinen Max-und-Moritz-Darstellern bevölkert ist.
Kindersingspiel für und mit Kindern
Libretto: Katia Tchemberdji
Besetzung:
Astronaut
Mücken
Frosch
Hase
Hahn
Füchsin Kinder
Bär
Prinzessin von Pluto
Plutominister
Plutoberst
Plutonist, Plutoniker
Plutanzlehrerin
Köchin
Beamter des Schwerkraft-und-Lichtamtes Bass
Instrumentalbesetzung:
Klarinette
Posaune
Cello
Akkordeon
Klavier
Schlagzeug (ein Spieler)
Dem Pluto wurde vom Internationalen Astronomen Kongress der Planetenstatus aberkannt. Der Planet leidet sehr darunter. Ein erfahrener Astronaut nimmt sich der Sache an und schafft mit Hilfe seiner Freunde, was keiner für möglich hält: er rettet den Planeten.Das Stück handelt vom pfiffigen Kampf eines Astronauten und seiner Freunde um die Rechte des erniedrigten Pluto, es handelt vom Hadern mit der Wissenschaft und vom fantasievollen Widerstand gegen Beschlüsse des alles regierenden Schwerkraft- und Lichtamtes (SuLA).Das Sujet gibt die Möglichkeit in fremde Welten zu entfliehen und dabei den Bezug zu irdischen Problemen nicht zu verlieren. Der Plot erlaubt die Kreation großer Bilder. Das Bühnenbild und die bizarren Kostüme unterstreichen den futuristisch-romantischen Charakter des szenischen Singspiels.Eine Einbeziehung neuester avancierter Klänge kann nicht nur als angemessen, sie kann sogar als zwingend erscheinen.
Das Stück „Opposition“ ist im Auftrag der Musikschule „Paul Hindemith“ – Neukölln für das Ensemble „Experimente“ unter der Leitung von Gerhard Scherer geschrieben.
Es ist eine von vielen Kompositionen für Kinder und Jugendliche, die Dank der langen und inspirierenden Zusammenarbeit mit Gerhard Scherer entstanden sind.
Der Name „Opposition“ bezieht sich auf die Formstrukturen und Beschaffenheit der Partitur: gleichzeitig klingende Kontrast-Zeitschichten, verschiedenartige Klanggruppen, dynamische und rhythmische Gegensätze bedeuten hier nicht die dramatische Konfrontation, sondern die Mehrdeutigkeit und Relativität der musikalischen Perspektive.
Im Sommer 2009, während der Thüringer Kammermusikakademie (Böhlen, Thüringen) kam die traurige Nachricht über den Tod von Alfred Schnittke. Wie für viele russische Komponisten meiner Generation, war Alfred Schnittke auch für mich eine sehr wichtige, leitende Persönlichkeit, vor allem wegen seiner Musik, aber auch wegen seiner ungebrochenen, geraden Haltung als freien Künstler in einem nicht freien Land.
Das „Andante“ entstand während weniger Nächte in der halb abgedunkelten Böhlener Dorfkirche aus der unmittelbaren Trauer über den Verlust eines großen Künstlers und seiner ganzen Klangwelt, die von nun an still stehen wird. Daher sind in der Komposition einige Selbstkomponierten „Schnittke“-Zitate zu hören.
Das Stück ist in einen Satz geschrieben.
„Drei Bogentänze“ sind im Jahre 2003 im Auftrag von Boris Pergamenschikow entstanden und von ihm im gleichen Jahr im Rahmen der Heidelberger Frühling uraufgeführt worden.
Es waren gerade 50 Jahre nach dem Tod Sergej Prokofieff vergangen und seine Musik war im Festival das zentrale Thema.
Während der Arbeit dachte ich an Sergej Prokofieffs schöne Ballettmusik, die mich als Kind verzaubert hat; aber auch an die tragischen Umstände seines Lebens in der Sowjetunion und an die Ironie des Schicksals: Sergej Prokofieff ist am gleichen Tag mit Stalin gestorben.
Der andere Gedanke für die dreisätzige Komposition war mit dem Begriff des Bogens in seiner Vielseitigkeit verbunden:
- Die Bewegung und der Charaktertanz eines Cellobogens auf den Saiten
- die gespannten „Bogen-Saiten“ eines Flügel
- Bogen als bewegliche lebende Linie oder Atemzug
- Der Spannungsbogen zwischen zwei Instrumenten.
Die Komposition ist Boris Pergamenschikow gewidmet
Die Komposition ist als Auftrag für „Tage neuer Musik“ in Zürich (1992) entstanden.
„Haiku“, die sechs kleine Klavierstücke, sind 1986 entstanden. Der Name der Komposition bezieht sich auf traditionelle Form der Japanischen Dichtung, insbesondere auf die Haiku von Bashô.
Dabei handelt es sich nicht um eine musikalische Stilisierung oder um die Nachahmung der Aufbaustuktur einer Haiku, sondern um ein Versuch, einem Augenblick, einem kurzen Gedanken oder einem flüchtigen Eindruck den musikalischen Ausdruck zu verleihen.
Die Komposition ist im Verlag Hans Sikorski (Hamburg) verlegt.
Diese Komposition ist für Kinder oder Jugendliche als aufführende Musiker gedacht, - dabei sollen die spieltechnischen Einschränkungen nicht inhaltliche „kindgerechte“ Reduzierung bedeuten.
Zum Titel: Es handelt sich dabei eher um eine Empfindung der Stadt in musikalischer Form, als um Nachahmung der Stadtgeräusche: eine Stadt als Symbol der Fülle und der Leere, des Zufalls und der Ordnung, der Menge und der Einsamkeit.
Die Komposition ist einsätzig und dauert ca. 10’.
